Bürgermeister Deis tritt nicht mehr für FWG an 

Politik Kandidatur des Lehmener Ortschefs wird von der CDU unterstützt – Freie Wähler wollen eigenen Kandidaten stellen 
Von unserem Redakteur  Volker Schmidt 

Günter Deis wird bei den Kommunalwahlen am 25. Mai wieder für das Amt des Lehmener Bürgermeisters kandidieren – allerdings nicht mehr für die FWG. Stattdessen wird er als parteiloser Kandidat ins Rennen gehen. Er führte inhaltliche Gründe für seine Distanzierung von der FWG an, wollte aber nicht in die Details gehen. „Ich will da nichts Negatives sagen. Ich bin da Jahre lang gut aufgehoben gewesen“, sagte Deis, der seit zehn Jahren Lehmener Ortschef ist. Er wird bei seiner Kandidatur allerdings nicht ganz auf sich allein gestellt sein, denn er kann mit der Rückendeckung der CDU rechnen. „Wir haben ihm zugesagt, dass wir ihn unterstützen werden“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der CDU im Gemeinderat, Karl-Jürgen Wilbert. Das bedeutet in erster Linie, dass die Christdemokraten keinen Gegenkandidaten aufstellen werden. Dieser Entscheidung waren monatelange Gespräche vorausgegangen, so Wilbert. Es sei abzusehen gewesen, dass es zum Bruch zwischen der FWG und Deis kommen würde. Dagegen betonen sowohl Wilbert als auch Deis, dass sie in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet hätten.

Nicht ganz so zufriedenstellend lief wohl die Zusammenarbeit zwischen Deis und der FWG. „Das Verhältnis war in den letzten zwei Jahren sehr fachlich geprägt“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Gemeinderat, Dieter Möhring. Viele Projekte, die man im Gemeinderat umgesetzt hätte, seien auch eine Teamleistung gewesen. Zuletzt habe aber die „interne Kommunikation“ etwas gelitten. Mit Deis' Entscheidung habe er aber trotzdem nicht direkt gerechnet, sagte Möhring. 

Doch hätte die FWG Deis noch einmal als Bürgermeisterkandidaten nominiert? „Das wäre sicherlich schwer gewesen“, musste Möhring zugeben. Die Freien Wähler werden jetzt auf jeden Fall einen anderen Kandidaten nominieren: „Wir sind die größte Fraktion im Rat. Von daher wäre es verwunderlich und für die Lehmener nicht nachvollziehbar, wenn wir keinen Kandidaten stellen würden“, unterstrich der FWG-Fraktionsvorsitzende. Die Entscheidung darüber wird bei der Listenaufstellung der Partei am 22. Februar fallen. 

Die CDU ist da schon einen Schritt weiter. Deren Liste wird angeführt vom Ersten Beigeordneten im Gemeinderat, Christoph Stoffel, der für die CDU Rhein-Mosel auch als Kandidat für das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters antritt, sowie Karl-Jürgen Wilbert. Interessant: Auch Michael Blechschmitt, der seine Ratsmitgliedschaft schon vor längerer Zeit niedergelegt hatte, und Achim Haupt, der Zweite Beigeordnete im Rat, werden nicht mehr für die FWG, sondern für die CDU antreten. Blechschmitt soll, so die Hoffnung der CDU, Ortsvorsteher des Ortsteils Moselsürsch werden. 

Letzteres wundert Dieter Möhring etwas, denn eigentlich habe man sich im Rat darauf verständigt, dass es keinen Ortsvorsteher mehr für Moselsürsch und stattdessen einen Dritten Beigeordneten gibt. „Das müssten wir ja dann erst mal im Rat besprechen“, so Möhring. 

RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 6. Februar 2014, Seite 18