Schlammlawine: Land stellt finanzielle Hilfe in Aussicht

Katastrophe Kosten für Wiederherstellung der gemeindlichen Infrastruktur betragen wohl rund 150 000 Euro

Von unserem Redakteur Volker Schmidt

Kattenes. Rund einen Monat nach der Schlammlawine im Katteneser Mühltal (die RZ berichtete) haben die Bauarbeiten zur Sicherung der Straße und zur Wiederherstellung des ursprünglichen Bachlaufs begonnen. Unterdessen hat Verbandsgemeindebürgermeister Bruno Seibeld eine erste Kostenschätzung an das rheinland-pfälzische Innenministerium weitergegeben. Demnach kommen auf die beiden betroffenen Gemeinden Löf und Lehmen – hier ist vor allem der Weg entlang des Schieferbergwerks betroffen – Kosten von rund 150 000 Euro zu.

Seibeld hofft, dass die Orte ausreichend finanziell unterstützt werden. „Das Land hatte über Staatssekretär Kern finanzielle Hilfe angedeutet“, so der VG-Chef. „Es wird dafür allerdings keinen Sondertopf geben.“ Das Geld wird aus dem Investitionsstock des Innenministeriums stammen. Dass Geld fließen wird, ist so gut wie sicher, denn der Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn wurde bereits genehmigt. Das heißt: Obwohl noch kein Förderantrag vorliegt, können die nötigen Arbeiten durchgeführt werden – ohne dass dadurch das Recht auf Förderung erlischt. Eine Entscheidung über die Höhe der Förderung erwartet Seibeld erst fürs kommende Frühjahr.

Ein Bild der Zerstörung: Dieses Auto wurde am 20. September von den Geröllmassen verschüttet, die eine Schlammlawine ins Kattenser Mühltal brachte. Auch am zu Lehmen gehörenden Schieferbergwerk kam es zu Schäden. Foto: Sascha Ditscher Die Mittel seien ausschließlich für die „gemeindliche Infrastruktur“ gedacht – also zum Beispiel für die Sicherungsmaßnahmen an der Straße. Ausgenommen sind laut Seibeld Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung. Denn diese liegt im Aufgabenbereich der Verbandsgemeinde. Die Kosten dafür tauchen – ebenso wie die privaten Schäden – nicht in der Kostenschätzung auf.

Dabei handelt es sich bei den Arbeiten am Katteneser Bach um die wohl größte Baustelle. Gleich an mehreren Stellen wird dort gearbeitet. Wie die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel erklärte, gehe es hauptsächlich darum, das Gewässer in seiner Lage wieder an seine ursprüngliche Stelle zu verlegen. In der Höhe wird das nicht überall möglich sein, heißt es, da der Bach zum Teil 1,50 bis 2 Meter unter seinem ursprünglichen Verlauf liege. Da, wo Erdreich angeschwemmt wurde, fließt der Bach allerdings höher als früher. „Diese Anschwemmungen werden abgetragen“, so die VG.

Die Beseitigung der Trümmer, die nach dem Einsturz von „Stillers Mühle“ ebenfalls im Bachtal liegen, sei „eigentlich Sache des Eigentümers“. Wie lange die Arbeiten im Mühltal noch andauern werden, kann die Verbandsgemeinde noch nicht sagen.
RZ Koblenz und Region vom Mittwoch, 29. Oktober 2014, Seite 17